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Nyasa – Die Kunst der konzentrierenden Selbstberührung

Silvia Metawea bietet in Graz von 17. bis 18. Oktober 2026 für Yoga Austria – BYO ein Seminar zum Thema „Nyasa. Besondere Berührung, heilsame Hinwendung“ an. Die Methode Nyasa, die bereits in vedischen und brahmanischen Traditionen Anwendung fand, hilft, den Körper bewusst wahrzunehmen und geistige Themen gezielt zu vertiefen.

Alexandra Eichenauer-Knoll hat sich dafür angemeldet und wollte mehr darüber wissen. Sie hat Silvia Metawea daher in Innsbruck zum Gespräch getroffen, wo beide als Moderatorinnen für die externen Lehrproben in der Ausbildung von Yoga Mitte engagiert waren.

Alexandra: Liebe Silvia, du bietest im Herbst ein Seminar an, wo du uns Nyasa näherbringen willst. Fangen wir mal mit dem Wort an, das viele sicher nicht kennen. Was bedeutet Nyasa?

Silvia: Nyasa heißt in der genauen Übersetzung aus dem Sanskrit „Plazieren“. Die Finger oder die Hand werden an bestimmten Körperpunkten plaziert. Es ist leichter, die Aufmerksamkeit auf einen Körperteil zu lenken, den du berührst, als wenn du nur daran denkst. Plazieren hilft beim Spüren.
Es gibt bestimmte Nyasa-Abfolgen, zB eine Abfolge von Berührungen für das Herz oder eine andere für den ganzen Körper. Die Idee ist, auf diese Weise die zerstreute Lebensenergie wieder zu sammeln. Prana sinnlich zu erfahren, z. B. durch Handauflegen, macht es eben spüriger. Außerdem kann sich durch Handauflegen Anspannung lösen.
Zur weiteren Konzentration werden diese Abfolgen dann in Kombination mit einem Bija-Mantra (Samen-, Keimsilbe) geübt.

Wie bist du auf diese Technik gekommen?
Nyasa wird in der Tradition von Krishnamacharya und Desikachar geübt. Ich habe es in meiner Ausbildung bei Sriram kennengelernt, der die Punkte auf das Chakrensystem bezogen hat. Dann habe ich die Yogatherapie-Ausbildung bei Chandra Klee-Cuffaro, einer Studentin von Desikachar, in der Nähe von Rom gemacht, wodurch ich das Üben von Nyasa vertiefen konnte. Bei Chandra war der Fokus eindeutig auf die Reinigung im Kopf-Herzbereich als Vorbereitung für die Meditation gerichtet. Wir haben beispielsweise eine Reinigung der Sprache vor dem Rezitieren geübt. Ich kann es jetzt nicht belegen, aber ich vermute, die alten Brahmanen haben auch so geübt, nämlich im Kopfbereich. Es sind Hilfsmittel, um den Geist zu reinigen, um im Hier und Jetzt anzukommen und den Geist freizumachen von äußeren Eindrücken.

Nyasa ist also eine Hinführung in die Meditation?
Ja, es ist eine Konzentrationsübung, mit Fokus auf Reinigung bzw. Loslassen. Die Meditation selbst bekommt dann eine andere Färbung, eine andere Qualität. Die Meditationsmethode in den Schulen, wo ich Nyasa kennengelernt habe, ist dann übrigens sehr simpel: einfach nur mehr in Stille verweilen. Und wenn die Gedanken wieder lauter werden, gehst du einen Schritt zurück – zu Nyasa.

Du unterrichtest Nyasa in deiner eigenen Ausbildungsgruppe, die derzeit in Graz ins dritte Jahr geht. Du baust die Technik langsam auf, dazwischen gibt es wieder andere Themen. So können sich die TeilnehmerInnen langsam an die Übungen gewöhnen. Das BYO-Seminar ist im Gegensatz dazu auf dieses eine Thema fokussiert.
Ja, es stimmt: Nyasa-Abfolgen zu verinnerlichen, ist zeitintensiv und anstrengend. Aber es ist natürlich sinnvoll und äußerst interessant, die ursprünglichen Abfolgen an einem Wochenende erstmal kennenzulernen, weil sie stark fokussierend wirken. Und man kann auch frei mit dieser Methode arbeiten, einzelnes herausnehmen, um die Wahrnehmung auf spezielle Punkte zu lenken. Was vielleicht auch für die TeilnehmerInnen interessant sein könnte: Ich verbinde Nyasa-Abfolgen auch mit Visualisierungen, z. B. im Stehen oder Sitzen ankommen, sich eine Licht- oder eine Sonnenkugel vorstellen, dann das Licht in die Handflächen und weiter in den Körper bringen. Die Kombination mit wohltuenden, nährenden Qualitäten, die in den Händen ankommen und weitergegeben werden, wäre eine weitere Möglichkeit der energetischen Vertiefung.

Kann man Nyasa also weiterentwickeln?
Ich würde eher sagen, man kann es individuell gestalten und auf spezielle Bedürfnisse eingehen.

Danke für das Gespräch, ich freue mich schon sehr auf das Seminar in Graz!

 

Übernachtungstipp:

Das Seminar findet im JUFA-Seminarhotel statt, wo es auch Übernachtungsmöglichkeiten gibt.

konzentrative Selbstberührung, Nasa