Das Abenteuer Selbsterforschung

„Die Schulglocke schrillt und die Schülerinnen und Schüler gehen in den Klassenraum, Stimmengewirr, Stühle scharren am Boden, Rufen und rauschendes Flüstern, ein Stuhl fällt mit einem Knall um, dabei kommt Dir in den Sinn, dass Du die Hausaufgaben für die kommende Stunde vergessen hast, während Deine Nachbarin Dich fragt, ob Du nach der Schule noch Fußball spielen möchtest, obwohl Du Deiner Mutter versprochen hast, Deine Schwester vom Kindergarten abzuholen…

Was passiert, wenn Deine LehrerIn die Stunde damit beginnt zu fragen, was Du jetzt hören kannst?

Wenn alles still und das Rauschen des Windes durch das offene Fenster spürbar wird?

Das Atmen Deines Freundes neben Dir hörbar?

Alles Dinge, die Du vorher nicht wahrgenommen hast, aber immer da waren?

Was passiert dann?“

Die Schnelligkeit und Hektik, die unser Leben heute prägt, und insbesondere die hohen Erwartungen einer effizienten Wissensvermittlung des Schulcurriculums verbunden mit dem Anspruch der pädagogischen Förderung der SchülerInnen können zu einer belastenden Daueranspannung führen. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit nicht auf unser Befinden lenken, kann eine permanent erhöhte Angespanntheit auch Auswirkung auf unser Wohlbefinden haben. Deshalb ist gerade ein „Erfahrungsraum“ für das Erforschen unseres Befindens im Schulalltag wünschenswert, das in einer Atmosphäre der Offenheit den Boden für die kreativen Ausdrucks- und Ausgleichsmöglichkeiten von SchülerInnen bereitet.

Im Projekt „Yoga macht Schule“ entwickeln wir über knapp eineinhalb Jahre hinweg unterschiedliche Variationen, mit achtsamkeitsbasierten Yogaelementen uns selbst im Kontext der Schule zu beobachten und in verschiedenen Haltungen kennenzulernen – jedes Mal neu, jedes Mal anders – womit wir uns ohne Erwartungsdruck immer genauer entdecken.

 

Die Methode

Unser Projekt führt Yogaelemente als eine Methode der Achtsamkeit und der systematischen Selbsterforschung ein. Die Yogaelemente in der spezifischen Herangehensweise des Projekts „Yoga macht Schule“ beziehen insbesondere den Körper und körperliche Bewegungen auf der Basis des Konzepts der Achtsamkeit in den Unterricht mit ein. 

Damit werden nicht nur unsere nach außen orientierten klassischen fünf Sinne (Sehen, Hören, Tasten, Riechen und Schmecken) in den Projektunterricht miteinbezogen, sondern auch die Sinne, die auf die Reize des Körperinneren reagieren. Diese sind zum Beispiel unser Gleichgewichtssinn sowie auch der sogenannte „Muskelsinn“, der eine Lokalisation des Körpers im Raum ermöglicht.